Bericht vom Samstag


Der dritte Dublin-Tag!

Die Nacht verlief etwas unruhig, gegen 4 Uhr wurde es laut auf der Straße vor dem Hotel. Trotzdem schliefen wir wieder gut ein.

Auf dem Plan stand nach dem Frühstück erstmal das "Immigration Museum", auch EPIC genannt, offensichtlich so neu, dass es noch nicht im Reiseführer verzeichnet ist. Michael ging zu Fuß (knapp einen Kilometer), ich fuhr nochmal mit dem Bus, wir hatten ja noch das Ticket. Wieder mit einem gesprächigen und witzigen Fahrer namens Marc. Die scheinen alle so entspannt zu sein!

Vor dem Museum steht eine beeindruckende, aber auch verstörende Skulpturengruppe, das "Famine Monument", welche an die Große Hungersnot in Irland in den Jahren 1845 bis 1852 erinnert, die über eine Million Iren das Leben kostete. Ausgelöst wurde diese Hungersnot wegen Missernten; die Kartoffelernten fielen der Kartoffelfäule zum Opfer. 1,2 Millionen Iren wanderten in diesen Jahren aus, größtenteils nach Amerika, aber auch nach Kanada, Australien und Neuseeland. Besser ging es ihnen dort zunächst nicht!

Das Museum über die Auswanderung selber ist eine beeindruckende Darstellung über die Iren, die den Mut hatten auszuwandern, was sie dazu bewegte und was aus ihnen wurde. Sehr detailgetreu und mit vielen interaktiven Möglichkeiten, selber aktiv zu werden. Auch hervorragende Filme. Interessant auch, dass viele Künstler, Politiker und Wissenschaftler einen Iren unter ihren Vorfahren haben!

Uns hat dieses Museum sehr gefallen!

Danach (und einem Tee-Päuschen) machten wir uns zu Fuß auf in Richtung National Gallery, die wir auch besichtigen wollten. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch am Merrion Square vorbei, an dem der Schriftsteller Oscar Wilde seine Kindheit verbrachte. Eine Statue, die ihn etwas blasiert auf einem Felsbrocken liegend zeigt, konnten wir im benachbarten Merrion Square Park besichtigen. Im gleichen Park fand jetzt über Ostern auch die "Cadbury Easter Egg Hunt" statt, bei der Kinder und ihre Eltern, angetan mit Hasenöhrchen und bewaffnet mit lila Tüten auf der Suche nach versteckten Ostereiern waren.

Die National Gallery fanden wir nach eingem Suchen, wir waren zunächst im Natural History Museum gelandet. (Die ausgestopften Tiere mochte ich mir aber nicht so gerne ansehen!)

Eine beeindruckende und sehr umfangreiche Bildersammlung, untergebracht in einem imposanten Gebäude. Alles konnten wir beim besten Willen nicht ansehen. Es beschränkt sich nicht nur auf irische Maler, sondern auch auf Künstler aller Epochen aus Europa. Michael hat den Weihnachtsmann auf einem Bild von 1831 entdeckt und ich ein Portrait der ersten Ministerpräsidentin Irlands!

Nach einer kleinen Stärkung ("Millionaires Shortbread", aber geteilt und "Tea for Two") spazierten wir noch eine gute Weile durch die Stadt, die uns nun schon richtig vertraut vorkommt.

Die Statue der Molly Malone konnten wir auch noch an der Grafton Street ansehen. Das war eine junge und schöne Dubliner Fischhändlerin, die jung starb und in der Ballade "Cockles und Mussels" verewigt wurde. Das Lied ist wohl so etwas wie die inoffizielle Hymne von Dublin!

Zum Abendessen gab es Gemüsenudeln, danach ein Ruhestündchen im Hotel und als Betthupferl Guinness und Cider mit Life-Musik in "unseren" Pub Madigans!

Statements heute:

1. Es hat heute nicht geregnet!
2. Dublin hat viele Statuen.
3. Ostern ist hier eine laute Angelegenheit, besonders in den Pubs und davor!
4. Man kann hier in der Stadt Möwen hören!
5. ALLE Iren sind nett. Sozusagen ausnahmslos!

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